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Militariasuche in DeutschlandAbzeichen und Orden

Die Suche nach Relikten aus den beiden Weltkriegen ist in Deutschland sehr beliebt. Insbesondere die Militariasuche nach Gegenständen aus dem 2. Weltkrieg in Deutschland findet weltweit großen Anklang.

Das Sammelgebiet Militaria ist im Vergleich zu anderen Bereichen spezieller. Es ist allerdings auch verständlich das so viele Menschen sich für die Geschichte in Deutschland und deren Überreste interessieren und ein Stück dessen besitzen möchten. So mancher Militaria Sondengänger hat ein beachtliche Sammlung an Helmen, Abzeichen, Munition oder sonstiges was einmal in den 30er und 40er Jahren Verwendung gefunden hat. Hier muss vor allem beim Thema Munition beachtet werden, was gefahrlos mit nach Hause genommen werden kann und was doch eher die Polizei mitnehmen sollte. Dafür haben wir schon einen Artikel geschrieben: Was tun bei einem Munitionsfund ?

Bei der Militariasuche besteht natürlich die ständige Gefahr auf Blindgänger zu stoßen. Besonders im Osten Deutschlands gibt es Gegenden die als gefährlicher eingestuft werden können. Dazu stellt sich außerdem noch die Frage wie man richtig handelt falls man auf menschliche Überreste stoßen sollte. Das muss zwangsläufig nicht passieren, die Chancen steigen aber deutlich an in Situationen dieser Art zu geraten wenn man gezielt auf Militariasuche geht.

 

Was lohnt sich zu sammeln ?

Das ist natürlich immer Ansichtssache, aber es gibt einige Kategorien wie z.B. Orden, Abzeichen oder Erkennungsmarken die bei Sammlern ungemein beliebt sind und teilweise hoch gehandelt werden. Ob Du Deine Funde verkaufen möchtest liegt an Dir. Den meisten Sondengänger sind Ihre Funde heilig und würden sich zumindest von den meisten Stücken auf keinen Fall trennen.

Erkennungsmarken sind auf jeden Fall sammelwürdig, da sie eine Geschichte erzählen. Was ist eine Erkennungsmarke ? Bei der Einberufung in den Dienst wurde jedem Soldaten eine Erkennungsmarke ausgehändigt, auf dem Nummer und Name des Soldaten standen. Diese wurde an einer Schnur um den Hals getragen und diente dazu Soldaten schnell identifizieren zu können. Solche Erkennungsmarken können auch noch nach langer Zeit im Boden in gutem Zustand sein. Dank des besonders widerstandsfähigen Materials konnten solche „Dog Tags“ auch nach großen Feuern noch gelesen werden. Das war hilfreich falls gefallene Soldaten nicht mehr zu identifizieren waren aufgrund von Verwundungen oder fehlenden Personalpapieren.

Wir bitten Dich beim Fund einer Erkennungsmarke die „DD-WASt“ zu kontaktieren und den Fund zu melden. Diese Dienststelle kümmert sich um Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Vielleicht kann so aufgeklärt werden was mit dem gefallenen Soldaten passiert ist, also was zu seinem Tod geführt hat und somit den Hinterbliebenen geholfen werden.

 

Orden / Abzeichen

Neben Erkennungsmarken lassen sich auf deutschem Boden auch häufiger Abzeichen und Orden aus den Weltkriegen finde. Diese haben in der Regel auch sehr hohes Sammelpotenzial und können schön ausgestellt werden. In der Militariasuche sind Orden wie das Eiserne Kreuz, das Verwundetenabzeichen, das Kriegsteilnehmerkreuz oder Zivilabzeichen wie das bekannte Ehrenkreuz der Deutschen Mutter sehr gefragt. Jetzt stellen wir Dir kurz 3 dieser beliebten Sammlerstücke vor, die sich immer noch mit dem Metalldetektor finden lassen.

 

1. Das eiserne Kreuz 1. & 2. Klasse

Das eiserne Kreuz ist einer der bekanntesten Orden, welches auch noch während der beiden Weltkriege bis 1945 verliehen wurde. Um solch ein eisernes Kreuz zu verdienen, musste man eine „überdurchschnittlich mutige Handlung ohne Rücksicht auf das eigene Leben“ vollbringen.  Vorgeschlagen für solch eine Würdigung wurde man durch den Kompanieführer.

Insgesamt wurden im 1. Weltkrieg ca. 3.8 Millionen Stück verliehen, davon 150.000 Eiserne Kreuze 1. Klasse. Wobei im ersten Kriegsjahr 1914 lediglich ca. 175.000 Exemplare verliehen wurden und im letzten Jahr 1918 ungefähr 855.000. Im 2. Weltkrieg wurden ca. 4,7 Millionen Eisernen Kreuze 2. Klasse und 470.000 Stück 1. Klasse verliehen.

Aufgrund der höheren Stufe des Abzeichens 1. Klasse, wurde es auch viel weniger vergeben als der 2. Klasse Orden. Das macht das Eiserne Kreuz 1. Klasse gefragter und somit auch wertvoller.

 

2. Das Verwundetenabzeichen

Das Verwundetenabzeichen von 1939 sollte diejenigen Soldaten auszeichnen, die im Zweiten Weltkrieg durch Feindeinwirkung, unverschuldet durch eigene Kampfmittel oder schwere Erfrierungen bei Kampfhandlungen verletzt oder kampfunfähig wurden. Dabei gab es 3 Stufen, je nach Anzahl der Verwundungen:

  • für ein- und zweimalige Verwundung das Abzeichen in Schwarz
  • für drei- und viermalige Verwundung das Abzeichen in Silber
  • und für mehr als vier Verwundungen das Abzeichen in Gold

 

3. Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter

Sehr interessant ist auch diese spezielle Würdigung. Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, oder einfach nur Mutterkreuz, wurde 1938 von Adolf Hitler gestiftet. Dabei sollten die Mütter geehrt werden, die besonders viele Kinder und somit dem Deutschen Volke neue Bürger, als auch mögliche zukünftige Soldaten gebaren.

Die Abstufung erfolgte in 3 Stufen:

  • dritte Stufe („Bronze“) erhielten sie, wenn vier oder fünf Kinder geboren wurden
  • zweite Stufe („Silber“) erhielten sie, wenn sechs oder sieben Kinder geboren wurden
  • erste Stufe („Gold“) erhalten, wenn acht oder mehr Kinder geboren wurden

 

 

In Deutschland stehen die Chancen immer noch sehr gut Abzeichen jeglicher Art aus dem 1. & 2. Weltkrieg zu finden. Viele der Soldaten die nach dem verlorenen Krieg wollten ihre verliehenen Orden einfach nur loswerden. Teilweise weil sie die Abzeichen nicht mehr wollten, sich schämten oder versuchten jegliche Verbindung mit ihren Verdiensten im Krieg zu vernichten, aus Angst belangt werden zu können. Das ist natürlich für die heutige Sondler-Szene die ideale Voraussetzung, denn die Orden wurden oft einfach im Wald vergraben oder auf dem Acker entsorgt.

 

 

Höchste Vorsicht bei der Suche nach Militaria

Wie schon erwähnt kommt die Militariasuche mit einigen Nachteilen. Ein großer bzw. der größte Nachteil ist die Tatsache, dass heutzutage immer noch tausende Tonnen von Kampfmitteln aus den beiden Weltkriegen in deutschen Böden liegt. Das ist ein Problem und Risiko mit dem bei der Militariasuche immer gerechnet werden muss. Die ständige Gefahr vielleicht irgendwann einmal auf einen Blindgänger zu stoßen, hält viele Sondler davon ab gezielt nach Überresten der Weltkriege zu suchen.

Bitte also nicht gleich ungestüm drauf los hacken und graben in Gebieten, wo sowieso schon bekannt ist das dort die Fundrate von Kampfmitteln oder Relikten aus dem 2. Weltkrieg höher ist. Hier geht es um die Sicherheit und die steht immer an erster Stelle. Granaten, Minen und Bomben die seit mehreren Jahrzehnten im Boden liegen, können äußerst empfindlich reagieren und schon bei kleinen Erschütterungen hochgehen. Was Du tun solltest im Falle von brisanten Funden, haben wir schon in einem anderen Artikel für Dich zusammengefasst: Verhalten bei Munitionsfund 

 

Unterwassersuche & Magnetfischen

Eine weitere Kategorie die im Laufe der Zeit unter Militariasondlern immer beliebter geworden ist, ist die Suche unter Wasser und mit Magneten. Viele interessante Dinge mit Militär Bezug wurden während und nach dem 2. Weltkrieg in Flüssen, Seen und auch im Meer versenkt. Für die Unterwassersuche gibt es wasserdichte Metalldetektoren von verschiedenen Herstellern, ja sogar kleine Handmetalldetektoren. Diese sind in den USA sehr populär, wo das Hobby des Sondengehens noch weit verbreiteter als in Deutschland ist. Ob man sich für die Unterwassersuche einen Taucheranzug kaufen muss mit allem drum und dran oder ob eine einfach Taucherbrille und Schnorchel für flache Gebiete ausreichen, kommt darauf an wo gesucht werden soll.

Magnetfischen ist nicht so bekannt wie das sondeln, allerdings hat es auch seine Reize. Der Vorteil ist, dass das Equipment nicht so hochpreisig ist. Beim Magnetfischen wird vor allem auf große Objekte spekuliert, unter anderem Militaria Gegenstände oder auch Geldkassetten. Die Chance dabei auch mal auf eine Waffe zu stoßen die einmal in einem Verbrechen involviert war ist nicht sehr hoch, allerdings möglich. Falls Du Interesse an Magnetfischen hast, können wir Dir raten erstmal einige Videos zu diesem Thema anzuschauen. Es gibt mittlerweile einige große YouTuber in Deutschland, vor allem aber aus den USA die regelmäßig Waffen und andere Gegenstände mit ihren Magneten aus dem Wasser ziehen.

 

Menschliche Überreste

Noch ein Hinweis zur Militariasuche in Deutschland. Es kann gut sein, dass damals Soldaten nicht bestattet wurden sondern einzeln oder zusammen in sogenannten Massengräbern mit ihrer Ausrüstung vergraben wurden.

Nun kommt es ab und zu vor dass Schatzsucher auf der Suche nach Helmen, Waffen oder Abzeichen aus den Weltkriegen mehr als nur Ausrüstung finden. Das passiert relativ selten, jedoch ist es keinesfalls auszuschließen bei der gezielten Militariasuche auf Überreste von gefallenen Soldaten zu treffen. Wir bitten darum die Grabungen sofort einzustellen, die Toten mit Respekt zu behandeln und die Polizei zu rufen. Die sterblichen Überreste werden dann normalerweise an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. übergeben.