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Die Grundregeln für Schatzsucher

Wir Schatzsucher und Sondengeher sind im allgemeinen nicht unbedingt sehr beliebt bei den Metalldetektor TestDenkmalschutzämtern, Bauern und Archäologen. Dabei könnte die Kommunikation und Zusammenarbeit viel besser funktionieren. Zugegeben, unter den „guten“, ehrlichen und geschichtsbegeisterten Sondengängern, die die Grundregeln für Schatzsucher respektieren, gibt es auch eine andere Kategorie. Dieser Art von Schatzsucher ist es einfach schlichtweg egal wie die gesamte Szene durch ihr auftreten herunter gezogen wird. Es werden riesige Löcher gegraben, wenn nicht sogar ganze Felder umgegraben auf Kosten der Bauern.

Das ist nur ein Beispiel, immer häufiger werden auch Bodendenkmäler wie Grabdenkmäler oder historische Plätze verwüstet, in der Hoffnung dort den schnellen Profit einzufahren.

Hier ein Link zu solch einem Fall:  Schatzsucher auf NS-Todesmarschgelände

 

Genau wegen Meldungen wie dieser, die dann in Zeitschriften veröffentlicht werden, nimmt der Ruf der Sondler in Deutschland Schaden. Dabei könnte das alles vermieden werden, wenn man sich nur an ein paar simple Grundregeln halten würde. Im folgenden werden wir Dir die wichtigsten Grundregeln für Schatzsucher erläutern, die auch als Ehrenkodex zu verstehen sind.

 

Sondern Nachforschungsgenehmigung1. Darfst Du in deinem Bundesland ohne Genehmigung suchen ?

Bevor Du loslegst und Dich auf die Suche nach historisch interessanten Objekten begibst solltest Du diese Frage abgeklärt haben. Denn in nahezu zu allen Bundesländern ist die gezielte Suche nach Schätzen genehmigunspflichtig. Hierfür kannst Du Dich einfach bei dem jeweiligen Amt für Denkmalschutz bewerben. Die meisten Landesämter für Denkmalpflege bieten mittlerweile Theorie und Praxisseminare für Sondengänger mit ihrem Metalldetektor an und geben so eine Möglichkeit an eine offizielle Suchgenehmigung zu gelangen.

Da es keine einheitliche Vorgehensweise gibt bei der Vergabe von Genehmigungen, handhabt das jedes Denkmalamt anders. Einige Denkmalämter fördern Sondengängern wo es nur geht, da sie erkannt haben das sie auf Nachwuchs angewiesen sind. Daher nicht gleich aufgeben und den Kopf in den Sand stecken, sondern hartnäckig bleiben und es weiter versuchen wenn es beim ersten mal nicht geklappt hat. Informiere Dich also vor der Schatzsuche über die rechtlichen Begebenheiten und über die aktuelle Vergabepraxis in Deiner Umgebung.

Wir empfehlen Dir auf jeden Fall den offiziellen Weg zu gehen. Auch wenn keine offizielle Suchgenehmigung erforderlich ist, solltest Du Dich über die rechtliche Lage informieren. In Fällen von Verstößen können empfindliche Geldstrafen folgen.

 

In Bayern ist es unseres Wissens nach möglich für Schatzsucher ohne offizielle Nachforschungsgenehmigung zu suchen. Hier muss lediglich der Bauer um Erlaubnis gefragt und wertvolle Funde mit diesem geteilt werden. Zur Sicherheit aber bitte trotzdem noch einmal selbst informieren ! 

 

 

2. Die Erlaubnis des Bauern/Grundbesitzers

Jetzt kannst Du endlich loslegen ! Oder ? Fast. Bitte frage vor der Schatzsuche auf dem Feld bzw. Acker den Besitzer. So trägst Du außerdem noch dazu bei, dass Sondengänger langfristig einen besseren Ruf unter den Bauern erreichen können. Erfahrungsgemäß ist ein Gespräch mit dem Bauern in den aller meisten Fällen positiv. Vor allem dann wenn Du ihm oder ihr zusicherst den gefundenen Schrott zu entsorgen und alle Löcher wieder gut zu verschließen. Das ist eine Situation mit denen beide Seiten gut leben können sollten. Es passiert nicht selten das durch solche Gespräche auch noch Tipps und Hinweise der Landbesitzer kommen zu möglicherweise lohnenswerten Fundstellen.

 

3. Eingesäte Äcker sind tabu

Bauern sind auf ihre Felder finanziell angewiesen. Daher vermeide auf bereits eingesäten Feldern sondeln zu gehen. Vor allem auch dann wenn bereit erste Sprösslinge zu sehen sind oder gar der Acker schon bewachsen ist. Hier bringt es natürlich auch nichts den Besitzer um Erlaubnis zu fragen, da Du in diesem Fall garantiert mit einer Absage abziehen musst.

 

4. Schrott mitnehmen

Verhalte Dich umweltbewusst ! Das heißt das Du immer eine Tüte für Schrott und den gefundenen Müll mitnehmen solltest. So stellst Du Dich gut mit dem Bauern bzw. Grundstückseigentümer und tust gleichzeitig etwas für die Umwelt. An sich spricht auch nichts dagegen den gefunden Schrott zum Händler zu bringen und so den ein oder anderen Euro damit zu verdienen.

 

5. Grabungslöcher schließen

Dieser Punkt ist extrem wichtig und eine der wichtigsten Grundregeln für Schatzsucher. Denn nicht nur der Bauer trägt negative Folgen von nicht verschlossenen Löchern. Für Tiere kann ein solches Loch zur tödlichen Gefahr werden, wenn sie hinein fallen oder sich Knochen brechen durch einen Sturz. Diese unglücklichen Tiere sind oft nicht mehr zu retten und dem langsamen Tod durch verdursten, verhungern oder Infektionen geweiht. Abgesehen davon sieht ein Acker mit tausenden von Löchern nicht besonders schön aus und eventuell möchtest Du doch wieder mit gutem Gewissen zurück kommen.

 

6. Fundangaben

Bleibe unbedingt ehrlich wenn es um die Angabe von Funden geht. Sei es die Position oder um einzelne Objekte die Du vielleicht verschweigen möchtest, aus Angst es zu verlieren. Es ist sehr wichtig ein gutes Verhältnis mit dem zuständigen Denkmalamt aufzubauen. Aus diesem Grund solltest Du immer ehrlich sein was deine Funde betrifft. Sollte es etwas besonders wertvolles sein, wirst Du meist sowieso entschädigt. Denn falls irgendwann doch einmal rauskommen sollte, dass Du falsche Fundangaben gemacht hast (was Archäologen übrigens bezüglich der Position leicht herausfinden können), dann bist Du Deine Nachforschungsgenehmigung schneller los als Dir lieb ist.

 

7. Interessante Funde einmessen

Interessante Funde können antike Münzen, Fibeln oder Gegenstände aus dem Mittelalter oder der Neuzeit sein. Wenn Du den Verdacht hast auf ein interessantes Objekt, nimm Dir zwei Minuten Zeit und miss die Position und Daten für Deinen zuständigen Archäologen ein. Die GPS-Daten spielen hier eine wichtige Rolle, die du mithilfe eines GPS-Geräts oder auch Apps festhalten kannst. Des weiteren kannst Du natürlich auf Fotos machen und Angaben zur Fundtiefe machen.

In der Regel reicht eine schnelle E-Mail an Deinen Archäologen mit den benötigten Daten aus und der Frage ob Du den Fund nun an ihn übergeben musst oder nicht. Dieser wird Dir dann helfen was die Fundbestimmung angeht und kann meistens auch bestimmen wie alt der Fund circa ist.

 

8. Bodendenkmäler

Bodendenkmäler sind geschützte Zonen, die für Dich als Schatzsucher Sperrgebiet darstellen. Sprich, Du darfst keinesfalls in solchen Bereichen sondeln, ja noch nicht einmal so graben. Hier handelt es sich um Gebiete die besonders schützenswert sind. Z.B. manche Kirchen, Burgen oder auch Felder weil dort einmal etwas historisch wichtiges stattgefunden hat.

Auch wenn die Verlockung groß ist, offensichtlich ist auf Bodendenkmälern die Chance auf gute Funde höher, ein Verstoß kann aber üble rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Außerdem stehen diese Gebiete nicht ohne Grund unter Schutz. Archäologen nutzt so ein Fund kaum etwas, denn meist zerstört der Sondengänger bei der Bergung den Fundzusammenhang und richtet mehr Schaden an als er Nutzen bringt. Du kannst online einsehen ob es sich bei Deinem Wunschfeld um ein eingetragenes Bodendenkmal handelt oder nicht. Insbesondere Ruinen und ähnliche Orte bedürfen einer gründlichen Überprüfung bevor es losgehen kann.

Der Link führt Dich zum bayrischen Denkmalatlas. Dort kannst du alle Bodendenkmäler in Bayern einsehen. Für Bodendenkmäler in anderen Bundesländern gibt es ebenfalls Karten die online einfach zu finden sind. Bodendenkmäler in Bayern

 

9. Sei freundlich zu Passanten

Solltest Du dieses Hobby eben erst entdeckt und Dir Deinen ersten Metalldetektor zugelegt haben, dann können wir Dir garantieren das auch Du früher oder später von Passanten angesprochen werden wirst. In den meisten Fällen interessieren sich Fußgänger nur dafür und möchten wissen wie Fundausbeute ausschaut oder mehr über das sondeln erfahren.

Auch wenn es irgendwann nervig sein sollte, bleibe immer höflich und freundlich zu Passanten und Neugierigen. Erkläre ihnen was du machst, eventuell ein kurzer smalltalk und das geht in Ordnung. Es ist nicht auszuschließen das auch irgendwann mal die Polizei vorbeischaut. In diesem Fall ist es natürlich von Vorteil eine Genehmigung des Grundstücksbesitzers zu haben.

Manchmal kann es sogar gut sein wenn Passanten Dich auf Deine Tätigkeiten mit dem „Ding“ ansprechen, nur um anstrengendere Situationen zu vermeiden. Hierzu eine kleine Geschichte die uns selbst passiert ist: Wir waren unterwegs auf einem Feld in Bayern, hatten die Genehmigung des Bauerns und waren somit im Recht unser Hobby auszuüben. Wir sahen, wie immer, wie Passanten uns zuschauten und beobachteten. Irgendwann kam ein Polizeiwagen angefahren und fragte was hier tun, eine besorgte Bürgerin hatte die Polizei alarmiert da sie dachte wir hätten irgendwelche Waffen. Die Situation war schnell aufgeklärt, die Polizei interessierte sich sogar für unsere Funde, wünschte uns weiterhin viel Erfolg und verschwand anschließend.

 

10. Richtig handeln bei Munitionsfund

Solltest Du einmal etwas anderes als leere Patronenhülsen finden – scharfe Munition – wie Minen, Bomben, Handgranaten oder Patronen mit Sprengsätzen, alarmiere sofort die Polizei oder den Kampfmittelräumdienst. Diesem Thema haben wir schon einen eigenen Artikel gewidmet, in dem Du erfährst wie Du bei einem Munitionsfund richtig handelst und vorgehst. Was tun bei einem Munitionsfund ?

 

 

Das waren auch schon unsere 10 Grundregeln für Schatzsucher. Wir hoffen dass Dir das weiter geholfen und Dich auf die Schatzsuche vorbereitet hat. Es liegt wieder mal an Dir wie und ob du diese Grundregeln für Schatzsucher befolgst oder nicht. Wir können es nur raten, da nur so langfristig eine bessere Zusammenarbeit mit den Denkmalämtern und Bauern in Deutschland erreicht werden kann.

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